Professur für Geschichte und Theorie des Städtebaus
Prof. Dr. Tom Avermaete



Das Wissen über Städte ist entscheidend. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt derzeit in städtischen Gebieten und als Folge davon durchläuft die Geschichte und Theorie des Städtebaus eine Phase reichhaltiger Experimente. Der Lehrstuhl für Geschichte und Theorie des Städtebaus untersucht dementsprechend die Geschichten und Theorien der Stadtentwicklung als kritische und prospektive Kapazitäten, die in der Gegenwart Verbindungen zwischen Vergangenheit und Zukunft herstellen können.

Der Lehrstuhl untersucht die Stadtgestaltung anhand von drei Schwerpunkten. Erstens nähert er sich dem Städtebau als materieller Kultur und stellt fest, dass der Städtebau nicht nur eine Reihe von immateriellen Ideen und Konzepten ist, sondern auch ein Wissensgebiet über materielle Ressourcen, Handwerk und Bauwesen. Zweitens, inspiriert von der Vielfalt und den sich verändernden Geografien der globalen Urbanisierung, erweitert der Lehrstuhl den Anwendungsbereich des Städtebaus als interkulturelles Wissensfeld, indem er Erfahrungen des Städtebaus über die Euro-Amerikas hinaus integriert. Schlussendlich begreift der Lehrstuhl die Stadtgestaltung als eine gemeinschafliche Angelegenheit. Sie postuliert, dass die Entwicklung von Städten genauso ein Vorrecht der Bürger wie das der DesignerInnen, KonstrukteurInnen und EntwicklerInnen ist.

Der Lehrstuhl für Geschichte und Theorie des Städtebaus bietet eine Reihe von Vorlesungen und Seminaren an, die sich mit diesen drei Schwerpunkten befassen und Forschungsprojekte durchführen, die unser Verständnis für die Geschichte, die gegenwärtigen Bedingungen und die zukünftigen Möglichkeiten der Stadtentwicklung vertiefen. Ziel ist es, die Geschichte des Städtebaus als interkulturelles Wissensfeld zurückzugewinnen, das sich mit der Architektur der Stadt als Integrator wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und technischer Innovationen sowie des sozialen und kulturellen Fortschritts beschäftigt.